Held*innen

ROBERT ST. S. BADEN-POWELL

Geschaffen von

ROBERT ST. S. BADEN-POWELL

* 22. Februar 1857 in London, heute Vereinigtes Königreich

† 8. Januar 1941 in Nyeri, heute Kenia

Robert Stephenson Smyth Baden-Powell meldete sich mit 19 Jahren zum Militärdienst in Indien. 1900 hielt er als Stadt-Kommandant in Südafrika einer monatelangen Belagerung stand – und wurde so zum gefeierten Kriegshelden. Zurück in London sollte Baden-Powell mit seiner großen Popularität junge Männer für den Militärdienst begeistern. Dazu nutzte er sein Buch über das Spurenlesen. Um seine Ideen praktisch zu testen, veranstaltete er 1907 ein experimentelles Zeltlager für 21 Jungen. Dies war die Geburtsstunde der Pfadfinder.

Er schrieb insgesamt 34 Bücher für die Armee und die Pfadfinderbewegung. Baden-Powell verfasste den Lehrgrundsatz „Learning by doing“ – „Lernen durch Tun“. Die Pfadfinder sind bis heute die weltweit erfolgreichste Jugendorganisation. Ihre Mitgliederzahlen bleiben auch im Internet-Zeitalter konstant.

Mit 55 Jahren heiratete Baden-Powell die 23 jährige Olave St. Clair-Soames. Das Paar hatte später drei Kinder. Dennoch unterstützen viele Indizien die Vermutung, dass Baden-Powell ein typischer, sich versteckender homosexueller Mann des Viktorianischen Zeitalters war: Baden-Powell bewunderte offen junge, athletische und gutaussehende Männer. Hübsche Frauen erfüllten ihn eher mit Angst. Er unterhielt jahrzehntelang eine innige Freundschaft zum Offizier Kenneth McLaren und reagierte auf dessen Hochzeit mit Wut und Ablehnung. Er liebte es, in Theaterstücken Frauenrollen zu spielen. In seiner Ehe fühlte er sich nicht wohl und weigerte sich, mit seiner Ehefrau in einem Bett zu schlafen.

Während der Viktorianischen Zeit in England galten starke, religiös geprägte Verhaltensregeln. Sex galt als tierische und primitive Verhaltensweise, die kontrolliert werden musste. Homosexualität war zudem strafbar.